Rasierer im Test – Nass- oder Trocken-Rasur?
Ob Elektro-Rasierer von Braun, Philishave, Panasonic oder Grundig – oder Nass-Rasierer von Gillette oder Wilkinson: Welcher Rasierer eignet sich am besten für eine schonende, dennoch perfekte, gründliche Rasur?
Früher hatten richtige Männer kein Problem mit dieser Frage. Einfach mit dem Schwert über das Gesicht gekratzt und der Drops war gelutscht. Und der richtige Mann ließ sich sowieso einfach einen wallenden Bart stehen. Doch wer weder wie Edward mit den Scherenhänden mit Narben im Gesicht, noch wie ZZ Top aussehen will, stellt sich früher oder später die Frage: Welchen Rasierer nehm‘ ich nur?
Rasur (lat. rasura – das Schaben / Kratzen)
Schon vor mindestens 25.000 Jahren haben sich die Menschen ihrer Haare mithilfe von Steinen und Muscheln zu entledigen versucht. Kein Wunder, das die Bezeichnung „Rasur“ etymologisch vom Wort für “Schaben” bzw. “Kratzen” abstammt. Die Rasur (Depilation), bei der das Haar am Übergang zur Hautschicht abgetrennt wird, unterscheidet sich dabei von der Epilation, bei der das Haar komplett mit der Wurzel entfernt wird (das ist das, was Ihre Freundin immer so lange im Bad macht).
Die Rasierer unterscheiden sich prinzipiell erstmal in zwei Sorten: Erstens Trocken-, zweitens Nassrasierer.
Die Nassrasur
Am Anfang stand die Nassrasur (die war auch schon mit dem Schwert möglich). Perfektioniert haben diese Rasurmethode sicherlich die Barbiere mit ihren Klapp-Rasiermessern, die heute zwar selten geworden, im arabischen Raum aber immer noch anzutreffen sind. Im Jahre 1901 entwickelte der Erfinder King Camp Gillette (der hieß wirklich so!) den Feind aller Barbiere: den mechanischen Rasierhobel (der heißt wirklich so!) – damit war die einfache Rasur auch zu Hause möglich.
Die neueren Modelle heißen Systemrasierer. Ein Markt, der besonders von Gillette und Wilkinson umkämpft ist. Gillette arbeitet mit einzeln federnd gelagerten Klingen (mittlerweile maximal sogar sechs!), Feuchtigkeitsstreifen und Gummilamellen. Wilkinson dagegen legt besonderen Wert auf Sicherheit und versieht seine Klingenblöcke mit senkrechten Drähten. Beide Hersteller bieten neuerdings auch batteriegestützte Modelle an (Technik, die nicht wirklich hilft).
Die Trockenrasur
Die ersten Trockenrasierer (auch Elektrorasierer) wurden 1915 erfunden und arbeiteten mit rotierenden Klingen. Heute verfügen die Geräte, die früher bei weitem nicht so gründlich waren wie Nassrasierer, über ein Scherblatt und sind deutlich gründlicher geworden. Marktführer sind Braun und Philips, kurz dahinter lauern Panasonic und Grundig. Mittlerweile existieren auch wasserfeste Geräte, die im Prinzip an die klassische Nassrasur herankommen.
Anwendungsempfehlung
Persönliche Erfahrungen zeigen: Nassrasierer sind deutlich gründlicher und auch schneller, jedoch nichts für Männer mit empfindlicher Haut. Besonders beim Rasieren gegen den Strich entsteht – trotz Aftershave oder Pflegelotionen – schnell Ausschlag und die Haare wachsen ein. Männer mit Problemhaut sollten Elektrorasierer wählen (beachten: nicht vorher, sondern danach duschen!), ob mit Schwenkkopf oder 3 rotierenden Messern, sollte jeder für sich entscheiden. Auch wenn man anfangs länger braucht, mit der Zeit wird man geübter und die Rasur ist ähnlich gründlich wie eine Nassrasur – und dauert auch nicht viel länger.

