Poker – Kartenspiel für wahre Männer

Kategorie: Wissenswertes
25. Jan

Pokern erfreut sich seit geraumer Zeit auch in unseren Breitengraden wieder größter Beliebtheit. Doch wie funktioniert das Spiel eigentlich, was sind die Besonderheiten der Poker-Regeln und wie blufft man am besten?

Poker @flickr V1LL14N

Die beliebteste Form des Pokerns ist das Texas Hold ‘em. Gespielt wird mit 52 Karten und gewonnen hat der Spieler mit den besten Karten, oder wer als Letzter noch in der Runde verbleibt. Dies eröffnet die Möglichkeit, zu Bluffen und den Gegner im Rahmen der Regeln auszutricksen.

Die wichtigsten Regeln beim Pokern

Beim Texas Hold ‘Em verteilt der Dealer zwei Karten an jeden Spieler am Tisch. Die ersten beiden Spieler nach dem Dealer müssen Mindesteinsätze setzen, die so genannten Blinds. Die anderen Spieler können nun entscheiden, ob sie den Einsatz (Geld, Plastikchips, Streichhölzer, etc.) erbringen möchten, um mitspielen zu dürfen. Die Spieler können in den folgenden vier Runden mitgehen, den Einsatz erhöhen oder aussteigen.

Nach der ersten Wettrunde folgt der Flop. Hier werden drei Karten offen auf dem Tisch ausgelegt. In der dritten und vierten Runde folgen dann jeweils noch eine vierte und eine fünfte Karte. Diese nennen sich Turn Card und River Card. Nach jeder Runde kann gesetzt werden. Nun wird so lange gespielt, bis es zum Showdown kommt oder nur ein Spieler nicht ausgestiegen ist. Hat dieser die Runde mit einem eigentlich niedrigen Blatt gewonnen (weil die Gegner mit den eigentlich besseren Karten vorher ausgestiegen sind), wird dies ein Bluff genannt.

Der Showdown

Beim Showdown werden die zuvor verdeckten Karten der Spieler aufgedeckt. Aus zwei Handkarten und den fünf offenen Karten auf dem Tisch ergibt sich nun das Handblatt des Spielers, mit einer Kombination von fünf Karten. Wer das höchste Blatt hält, gewinnt die Runde und den Einsatz (“Pot”). Die Reihenfolge der möglichen Kombinationen von Karten ist wie folgt (aufsteigend):

  • Höchste Karte
  • ein Paar
  • zwei Paare
  • ein Drilling
  • Straße (5 aufeinanderfolgende Karten egal welcher Spielfarbe)
  • Flush (5 Karten derselben Spielfarbe)
  • Full House (ein Paar und ein Drilling)
  • ein Vierling
  • Straight Flush (5 aufeinanderfolgende Karten derselben Spielfarbe)
  • Royal Flush (Zehn, Bube, Dame, König und Ass derselben Spielfarbe)

Wichtige Tipps beim Bluffen

Um perfekt zu bluffen, sollte man ein paar wichtige Regeln beachten: Unerfahrene Gegner sind schwieriger auszurechnen, da sie nicht wie Profis auf den Bluff reagieren und den Zeitpunkt verkennen, auszusteigen. Der Ausstieg des Gegeners, ohne die eigenen Karten zeigen zu müssen, ist jedoch Zoiel des Bluffs. Unter Kennern sagt man: “Never bluff a fish!” (Bluffe nie gegen einen Anfänger). Zudem sollte ein Bluff lieber gegen eine geringe Zahl an Widersachern gespielt werden, da so das Risiko besser auszurechnen ist.

Der eigene Ruf am Pokertisch spielt eine zentrale Rolle. Bluffe ich oft, wissen alle Spieler schnell von meiner Risikobereitschaft. Sie werden schneller an einen Bluff glauben und die Erfolgsquote sinkt. Auch dieses Wissen kann mir aber von Nutzen sein, wenn ich einen Bluff vortäusche, aber eine starke Hand habe. Das Prinzip der doppelten Verneinung quasi.

Tells – Körpersprache der Gegner

Fängt man an, den Gegner zu lesen, erkennt man schneller optimale Zeitpunkte zum Zocken. Dazu sollte man seine Mitspieler zu Beginn der Runde studieren und beobachten, ob sie sich bei Erfolg bzw. Misserfolg in bestimmter Weise verhalten. Somit kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, ob der Gegner eine gute Hand hält. Denn im Prinzip hat jeder Mensch mindestens einen Tell. Das kann eine bestimmte Handbewegung, die Sitzhaltung (z.B. nach vorn gebeugt: “Ich will spielen, denn ich habe eine gute Hand” – nach hinten gelehnt und desinteressiert: “Ich habe die Hand eigentlich schon aufgegeben”), nervöses Fußwippen oder verstärktes Schwitzen sein.

Körpersprache ist einfach schwierig zu beeinflussen. Pokerprofis wissen darum und trainieren hart, um eigene Tells zu unterdrücken. Deswegen tragen viele Zocker Schals, Sonnenbrillen und hören Musik am Tisch, um ja nichts preis zu geben.

Zeigt der Gegner Zweifel an seinem Blatt, wird er es nach einem Bluff von mir schneller wegwerfen. Die Gemeinschaftskarten sollten dem Gegner nicht so viele Möglichkeiten zur Kombination mit seinen eigenen Karten eröffnen, damit man den Bluff gut platzieren kann. Die Position am Tisch ist ebenfalls wichtig, da ein später Zeitpunkt des Setzens mehr Informationen über die Karten der Gegner eröffnet, da diese dann schon gesetzt haben – oder eben nicht. Erfahrung im Spiel hilft natürlich bei einem guten Bluff. Wer viel spielt, wird bald anfangen, seine Gegner zu lesen und somit mehr Chancen auf den Sieg haben.

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