Biathlon – Präzisions-Schießen mit “Nähmaschine”

Kategorie: Sport
11. Jan

Mehr als Emanzipation: Im Biathlon laufen die Frauen – wie Magdalena Neuner, Andrea Henkel oder bis vor Kurzem Uschi Disl und Kati Wilhelm – den Männern den Rang ab. Zeit, in die Fußstapfen (in die Loipe) von Sven Fischer und Michael Greis zu treten.

Bitahlon: 12.5km Verfolgung in Whistler © Flickr / The U.S. Army

Deutschland ist eine Wintersportnation. Nicht nur im Rodeln oder Bobfahren sind wir in der Weltspitze vertreten – auch im Biathlon haben Deutsche Sportler stets gute Ergebnisse erzielt. Dabei zeigt sich, dass die Damen seit einiger Zeit bessere Ergebnisse liefern, als die Herren der Zunft. Also meine Herren – rein in die Loipe. Es darf sogar geschossen werden.

Trendsportart Biathlon

Seit einiger Zeit schon ist Biathlon absolute Trendsportart. Nicht nur, dass die Einschaltquoten im Fernsehen sowie die Kartenverkäufe – besonders für die Wettbewerbe zu den Saisonhöhepunkten wie Oberhof, dem noch recht frischen Biathlon-Event auf Schalke, ganz zu schweigen von den Olympischen Winterspielen – auf einem konstant hohen Level rangieren.

Nein, seit einiger Zeit ist vor allem das Phänomen zu beobachten, dass immer mehr Athleten aus einer Parallelsportart – dem Langlauf – zum Biathlon wechseln (abgesehen von der Pferdelunge Ole Einar Bjᴓrndalen, der aufgrund mangelnder Herausforderungen in seiner Disziplin den umgekehrten Weg beschritt). Scheint also Spaß zu machen, diese Mischung aus Konditions- und Präzisionssport – oder wollen die Überläufer nur ihre Laufschwäche kaschieren?

Was hat die Nähmaschine beim Biathlon verloren?

Es gibt verschiedene Unter-Disziplinen innerhalb des Biathlons: Einzel, Sprint, Verfolgung und Massenstart – sowie die Mannschaftsdisziplinen Staffel, gemischte Staffel und Mannschaftswettkampf. Diese unterscheiden sich zwar nicht im Prinzip, wohl aber durch die Regeln voneinander. Allen Disziplinen gemein ist die Grundlage, dass sich intensive Laufintervalle mit kurzen Schießphasen (liegend und/oder stehend) abwechseln. Die Sportwaffe, also das Gewehr, wird dabei während des Laufens mit Gurten befestigt auf dem Rücken getragen.

Die Kunst dabei, die auch den Durchnittssportler von Spitzenathleten unterscheidet, ist die Fähigkeit, nach einer Periode körperlicher Höchstleistung den eigenen Puls für eine kurze Konzentrationsphase schnellstmöglich zu drücken, sodass am Schießstand eine Präzisionsleistung abgerufen werden kann. Die Schnappatmung am Schießstand, bzw. deren Auswirkungen, nennen Sportler übrigens „Die Nähmaschine“. Dies macht die Besonderheit des Biathlons im Gegensatz zu anderen Disziplinen innerhalb des Sportschießens, oder zum Schießen im Schützenverein, aus.

Schnupperkurse ausprobieren

Wer schon einmal versucht hat, nach einem Sprint zur S-Bahn am Bahnhof noch schnell die Fahrkarte zu entwerten, während die Türen der S-Bahn sich schon langsam schließen, der weiß, wie schwierig dieses Unterfangen ist. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, diese Sportart einmal auszuprobieren. Biathlon-Schnupperkurse werden von verschiedenen Anbietern angeboten. Schließlich sollten die Herren so langsam mal wieder die Lücke zu unseren überaus erfolgreichen und bewundernswerten DSV-Damen schließen.

Ähnliche Artikel

Kommentar schreiben
Name

E-Mail (wird nicht veröffentlicht)

Webseite (optional)

Nachricht